Bereits seit dem Altertum ist die Verarbeitung von Fliesen bekannt. Fliesen wurden schon im alten Ägypten, in Persien und Mesopotamien als Wandbelege verwendet. Die Fliesen waren schon zu der damaligen Zeit künstlerisch und handwerklich äußerst anspruchsvoll.
Schon in sehr frühen Zeiten wurde erkannt, dass die Fliesenbelege hygienisch und leicht zu säubern waren. Außerdem erkannte man schon die Langlebigkeit des Materials der Fliesen.
Die Fliesen wurden im Altertum gern genutzt für die Wanddekoration von Palästen, Tempelanlagen und Grabmälern. Fliesen fanden aber auch schon zu dieser Zeit Anwendung bei der Auskleidung von Badeanlagen. Es war sehr beliebt, Wände und Fußböden mit zarten glasierten Wandfliesen oder aber mit robusten und festen Bodenfliesen zu verkleiden. Besonders in der arabisch islamischen Architektur fand der Einsatz von Fliesen eine große Bedeutung. Viele arabische Paläste sind prunkvoll verziert mit Fliesen.
Die Mauren brachten schließlich die kleinen Keramik Fliesen nach Spanien und Portugal. Die Mosaike dort (auch bekannt unter dem Namen Azulejo) gehören in diesen Ländern noch heute zum Stadtbild. Die Mosaike bestehen aus quadratischen und bunt bemalten Keramik Fliesen, die sehr wetterfest sind.
Im mittleren und westlichen Teil Europas nutzte man zu dieser Zeit haltbares Steinzeug als Fliesen für Bodenbelege und Kaminumrandungen.
Im 15. und 16. Jahrhundert kamen dann die Fliesen aus Italien, Spanien und Frankreich. Die Fliesen wurden auch Fayencefliesen genannt.
Auch in den Niederlanden entwickelte sich ein recht kleiner Ort zu einem bedeutenden Fliesen Hersteller. Dort hergestellte Fliesen fanden ihren Absatz in ganz Europa. Die blau weißen Fliesen aus den Niederlanden wurden sogar nach Portugal exportiert und regten die Herstellung der Azulejos in holländischer Mode an.
Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich die Verbreitung der Fliesen rasant.
Heute ist die Fliesenherstellung ein eigener Industriezweig. Fliesen werden in hoch automatisierten Fabriken angefertigt.